Ostia Antica wurde möglicherweise bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. gegründet und begann seine bedeutende Entwicklung um das 4. Jahrhundert v. Chr. als Roms erste Kolonie und militärischer Außenposten. Ihre strategische Lage an der Mündung des Tibers machte sie entscheidend für Roms Marineverteidigung und, was noch wichtiger war, für seine Nahrungsmittelversorgung. Mit der Expansion Roms wuchs auch Ostia und entwickelte sich von einem Militärstützpunkt zu einem geschäftigen Handelshafen. In der Kaiserzeit, insbesondere unter Kaisern wie Claudius und Trajan, florierte Ostia und erfuhr eine umfassende Stadtentwicklung. Es wurde zu einer lebendigen kosmopolitischen Stadt, Heimat von Lagerhäusern, Handelsbüros, öffentlichen Bädern, Tempeln, einem Theater und mehrstöckigen Apartmentgebäuden, bekannt als 'Insulae'. Ihre höchste Blütezeit dauerte bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches, Veränderungen im Verlauf des Tibers und dem Aufkommen neuer Häfen verlor Ostia allmählich an Bedeutung. Im 9. Jahrhundert war es weitgehend verlassen, seine Strukturen wurden langsam von Schlamm und Vegetation bedeckt, was paradoxerweise zu seiner bemerkenswerten Erhaltung beitrug, bis im 19. Jahrhundert systematische Ausgrabungen begannen.